Guten Morgen liebe Paula-Freunde!

So war bisher immer die Begrüßung von Paula an Euch, den Paula-Freunden. Das geht nun leider nicht mehr, weil wir sie am 14.04.26 erlöst haben …

Paula hatte schon seit geraumer Zeit Probleme mit ihrem Rücken. Die Spondylose, das ist eine Verknöcherung der Wirbelsäule mit Druck auf die Nerven, was zu Versteifung und Schmerzen führt, fing bereits vor Jahren an. Wir hatten das aber gut im Griff, mit Nahrungsergänzungsmitteln, Bewegungsübungen, gezielten Spaziergängen und Achtsamkeit auf Paula.

 

Beim jährlichen Gang zur Tierarztpraxis (Impfungen und Kontrolle) – hier möchte ich mich für die überaus gute Betreuung sowohl bei der Tierärztin Catharina Ziegler (2013 – 2017 in Üdersdorf) als auch bei dem Tierarzt Wolfgang Gabrin (2017 – 2026 in Dettighofen) bedanken – waren wir immer glücklich, dass ein medizinischer Eingriff in Form von Medikamenten und/oder Spritzen nicht notwendig war. Somit konnten wir unseren eigenen Therapieplan weiter fortsetzen. Diese Spondylose schreitet aber Jahr für Jahr weiter und somit war jetzt der Punkt erreicht, um klar zu sagen: Paula muss sich nicht mehr quälen, weil jetzt würde das Leiden beginnen.

Ich muss jetzt etwas ausholen. Vor 14 Jahren, also 2012, hatten wir eine Hündin und einen Kater. Beide waren bereits schon älter und mussten gepflegt werden. Unser Kater Stainsby hatte Hautkrebs und wurde am 19.09.2012 bei der Tierärztin Catharina Ziegler erlöst. Umbra, unsere Golden-Retriever-Hündin, war zu diesem Zeitpunkt bereits 15 Jahre alt. Sie hatte zwar ihre körperlichen Einschränkungen, aber immer noch ihren Lebenswillen. Der Verlust des Freundes Stainsby wurde für sie aber immer schwieriger und gut ein halbes Jahr später wollte Umbra nicht mehr. Und so haben wir sie dann am 14.04.2013 zur Tierärztin Catharina Ziegler gebracht. Auch für Umbra hatte die Quälerei so ein Ende, ehe es zum Leiden wurde. Die Betreuung durch unsere Tierärztin Catharina Ziegler war für uns eine ganz große Stütze.

Zu Hause war es dann furchtbar still. Kein Kater, kein Hund… die erste Nacht war unbeschreiblich traurig und ich stellte fest: es geht nicht ohne Hund!

Zum Glück gab es schon damals das Internet! Weil so bin ich auf die privaten Züchter in Kottenheim bei Mayen gekommen, die da noch 3 Mädels aus dem aktuellen Wurf angeboten hatten. Und so zog Paula 3 Tage später bei uns ein…

Wer jetzt den bisherigen Text gut und gründlich gelesen hat, wird vielleicht gemerkt haben: das Datum 14.04. habe ich 2x geschrieben? Tippfehler? Nein, es ist irgendwie magisch: Umbra und Paula haben den gleichen Todestag! 

Mit Paula kam 2013 wieder „Leben in die Bude“ und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als Welpe fast immer viel Blödsinn im Kopf, hat sie aber unser Leben bereichert. Vor allem für meine damals pflegebedürftige Mutter war Paula eine gute Therapie. Ich wollte auf jeden Fall eine andere Hunderziehung anwenden, als die von meinen Eltern bis dahin angewandten Methoden. Da hatte sich ja auch viel getan in den letzten Jahren. Somit war ganz klar: Welpenschule, Erziehungskurse und weitere Kurse wie Longieren, Treibball und Rally Obedience standen auf dem „Stundenplan“. Zusätzlich wurden viele Kuscheltieren und Spielsachen, natürlich hundgerecht, angeschafft. Wir hatten die ersten 4 Jahre zum Glück einen Garten hinter dem Haus und somit die Möglichkeit „Hausaufgaben“ zu machen. Mein Dank gilt hier der Hundetrainerin Lisa Niederprüm, die mit ihrer Hundeschule Ready to Run (früher Üdersdorf – jetzt Rom/Birresborn) eine sehr gute Basisausbildung für Mensch und Hund ermöglicht hat. Die gemeinsamen Stunden mit ihr und mit Paula auf dem Hundeplatz werden mir immer gut in Erinnerung bleiben.

Paula war schon eine besondere Hündin. Nicht umsonst nenne ich sie auch meine Seelentrösterin. Wenn ich traurig oder bedrückt war und sie mich dann mit ihren Knopfaugen angeschaut hat, ging es mir automatisch besser. Wir haben oft und viel miteinander gekuschelt – das vermisse ich jetzt sehr … Wenn Traurigkeit und Schmerz zu groß werden, muss ich an das letzte Bild denken. Da lag sie „platt wie eine Flunder“ (das ist eine umgangssprachliche Redewendung, die extreme Flachheit oder totale Erschöpfung beschreibt.) auf dem Teppich am Tisch und konnte gerade noch so ihren Kopf anheben. Mit diesem Bild vor Augen wechselt der Schmerz in Vernunft: ihre Quälerei hatte ein Ende, bevor das Leiden begann. Und ja, Paula hat sich die letzten Tage sehr gequält, trotz meiner Hilfe und Unterstützung. 

Der Tag des Abschieds war geprägt durch Ruhe und Respekt. Unser Tierarzt Wolfgang Gabrin ermöglichte durch seinen Hausbesuch den Abschied von Paula in ihrer gewohnten Umgebung – Danke!

Meine Nachbarn hier im Haus hatten die Möglichkeit sich von ihr zu verabschieden, was sie auch gemacht haben – Danke!

Nala, die beste Hundefreundin von Paula, konnte sich von Paula verabschieden, was für Nala überaus wichtig war. Denn Hunde verstehen Situationen sehr viel besser, als wir es uns Menschen vorstellen können. Achtung, es wird wieder magisch! Wenn bisher Nala bei uns in der Wohnung war, durfte sie im Hochbett von Paula liegen. Paula hat das von Anfang an (seit 2019) zugelassen. An diesem Tag allerdings ist Nala nicht gleich in Paulas Bett gegangen – sie hat sich auf dem Teppich im Wohnzimmer hingelegt. Erst als wir, also Vita und ich, die Paula zum Wagen vom Tierarzt getragen haben und wieder zurückkamen, stand Nala auf und ging ins Bett von Paula. Ich bekomme noch heute Gänsehaut… Danke Nala!

Ja, und dann sind da noch 2 Herzensmenschen, die mich und Paula sehr unterstützt haben an diesem Tag des Abschieds. Tante Ingrid, meine beste Nachbarin und Vita, meine beste Freundin. Tante Ingrid hat uns oft auf unseren Spaziergängen begleitet, hat Paula an der Leine geführt, wenn es mir mal nicht so gut ging. War immer da, wenn ich ihre Hilfe brauchte. Danke Tante Ingrid! Vita kannte Paula fast von Anfang an, allerdings nur aus der Ferne. Denn erst 2017, als wir hier runter gezogen sind, kam es zur ersten persönlichen Begegnung. Das war große Liebe auf den ersten Blick. Vita, die wohl einen angeborenen Spürsinn für Hunde hat, anders kann ich es mir nicht erklären, hat mein größtes Vertrauen und somit war klar, wenn Paula mal nicht bei mir übernachten kann (was ja auch vorgekommen ist), dann darf sie bei Vita schlafen. Sie konnte sehr gut mit der Sturheit von Paula umgehen – da brauchte es nämlich eine konsequente Einstellung und die hat Vita. Danke Vita!

Einen ganz besonderen Herzensmenschen darf ich hier natürlich nicht vergessen: meinen Bruder Robert! Er war es, der mich in den Jahren der Pflege unserer Mutter unterstützt hat, in dem er meine Vertretung übernommen hat und das nicht nur für unsere Mutter, sondern auch für Paula. So konnte ich in den Jahren bis zu unserem Umzug 2017 in den Süden, mir meine Auszeiten nehmen. Danke mein Bruder! Seine Besuche hier in Hohentengen waren immer eine schöne gemeinsame Zeit mit Paula, besonders in den Silvesternächten hat Robert sich so gut um Paula gekümmert. Sie hatte nun mal panische Angst vor Knallerei und Gewitter. Gut gemacht Bruderherz! Umso glücklicher bin ich, dass er noch die Möglichkeit hatte über Ostern hier zu sein und sich somit auch von Paula verabschieden konnte. Paula hat sich, wie es halt eine treue Kameradin macht, auf ihre Art von ihm verabschiedet –  Danke mein Bruder!

Und dann sind da noch ganz viele Herzensmenschen – nämlich Ihr, die Paula-Freunde! Ich konnte an jenem Dienstag nicht schreiben, daher nur das Foto von Paula in der Grafik, das ich sowohl in meinem Status als auch am Tag danach verschickt habe. Eure Rückmeldungen und Reaktionen haben mich überwältigt. Danke! Es tut gut zu wissen, das man verstanden wird. Unsere Tiere sind zwar rechtlich gesehen eine „Sache“ – für uns Besitzer sind sie Lebewesen, Vertraute, Freunde, manchmal auch Kind-Ersatz, aber auf jeden Fall haben sie einen Platz in unserem Herzen. In meinem Herz ist es jetzt etwas eng geworden, aber mit der Zeit wird auch das wieder etwas besser. Im Moment gestalte ich meine Wohnung ein wenig um. Einige Dinge, die mich zu sehr an Paula erinnern, wie Hundebett, Futterecke, sind schon „verschwunden“. Dafür gibt es jetzt neue Paula-Plätze mit Fotos und Dingen, die mein Herz erwärmen und mir sogar ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Die Homepage von Paula bleibt so wie sie ist. Gut, ab und an werde ich hier etwas Staub wischen – das eine oder andere umgestalten. Aber wer mag, kann jederzeit die Fotos von Paula anschauen. Ich habe sie nicht gezählt, aber in 13 Jahren und 2 Monaten hat es für 152 Monate Fotos gegeben. Das sind zu viele Fotos für ein Fotobuch – oder es werden viele Fotobücher. Deshalb hängen jetzt hier 2 digitale Fotorahmen – ein Rahmen für das Hochformat und ein Rahmen für das Querformat. Bestückt sind sie noch nicht, dafür nehme ich mir die Zeit, die ich brauche.

Und da ich ja die März-Fotos fast fertig hatte, macht es ja Sinn auch gleich die April-Fotos fertig zu stellen. Das habe ich in den letzten Tage gemacht und es war kein Problem für mein „Gefühlskarussel“. Nein, im Gegenteil, es hat mir gezeigt wie schnell meine Paula in den Tagen um und nach Ostern abgebaut hat. Eine Tatsache, die man wohl auch nur mit Abstand verstehen kann. Das tägliche Zusammensein verändert die eigene Wahrnehmung. Um somit verlinke ich Euch die März und April Fotos mit den entsprechenden Monatsbildern – Paula würde jetzt schreiben: „Wie immer, mit einem Klick!“

 

 

Eure Barbara

 

           

 

 

 

 

Von Robert: „Für meine Kameradin Paula“

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner